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Die Kantate als aristokratisches Ausdrucksmedium im Rom der Händelzeit (1695-1715)

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Die Kantate als aristokratisches Ausdrucksmedium im Rom der Händelzeit (1695-1715)

Projektleitung

Prof. Dr. Klaus Pietschmann, Universität Mainz
Prof. Dr. Laurenz Lütteken

Projektort:

Musikwissenschaftliches Institut der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Jakob Welder-Weg 18
D-55128 Mainz
Tel.: +49-6131-3922781

Mitarbeiter

Dr. Berthold Over
Magdalena Boschung

Finanzierung

Fritz Thyssen Stiftung, Köln

Projektdauer

seit Herbst 2010

Website

http://www.uni-mainz.de/presse/39870.php

Projektbeschrieb

Mit der römischen Kantate untersucht das Projekt eine Gattung, deren zentrale Bedeutung für die römische Adelsmusikkultur in wesentlichen Aspekten ungeklärt ist. Ziel ist es, die römische Kantate in ihrer Funktion als adliges Ausdrucksmedium zu verstehen. Sind die Kantaten Ausdruck adligen Selbstverständnisses? Spiegeln sie bestimmte Verhaltensnormen wider? Dienen sie der textlich-musikalischen Kommunikation von Adligen untereinander? Lassen sich bestimmte Repertoires und Vorlieben an den Adelshöfen nachweisen?
Im Zentrum der Untersuchung steht das Repertoire von vier musikalischen Mäzenen Roms, die mit Georg Friedrich Händel in Verbindung standen und bei ihm Werke in Auftrag gaben. Neben den Kantaten für Händels wichtigstem römischen Mäzen Fürst Francesco Maria Ruspoli (1672-1731) werden solche betrachtet, die für die Kardinäle Pietro Ottoboni (1667-1740), Benedetto Pamphilj (1653-1730) und Carlo Colonna (1665-1739) entstanden.
Aus den erhaltenen Rechnungsbüchern und Kopistenquittungen der Adelshaushalte lassen sich die äußerst umfangreichen Repertoires rekonstruieren. Diese werden einer kontext-bezogenen Analyse unterzogen, die Informationen aus dem zeitgenössischen politischen und sozialen Leben als auch textlich und musikalisch immanente Aspekte einbezieht.
Das von der Fritz Thyssen Stiftung finanzierte Projekt will so zu einem besseren Verständnis der Gattung Kantate und ihrer Verankerung in der römischen Musikkultur um 1700 beitragen. Und dient letztendlich dazu, das Kantatenschaffen Georg Friedrich Händels in den musikgeschichtlichen und sozialen Kontext besser einzuordnen und neu zu bestimmen.